Die Stadt Konstanz soll Wildtierhaltung in Zirkussen auf städtischen Flächen verbieten – diesen Antrag haben wir Anfang Januar in den Gemeinderat eingebracht.
„Elefanten, Löwen oder Bären sind keine Unterhaltungskünstler – sie sind hochsensible Wildtiere, deren Bedürfnisse in Zirkussen nicht annähernd erfüllt werden können“, erklärt Lisa Kreitmeier, antragstellende Stadträtin. „Die beengten Transportbedingungen, häufige Ortswechsel und die fehlende Möglichkeit, artgerechte Verhaltensweisen auszuleben, führen zu massivem Stress und aggressivem Verhalten. Das ist weder mit Tierschutz noch mit modernem Zirkusverständnis vereinbar.“
Konkret schlagen wir vor, die Haltung und Vorführung von Wildtieren in Zirkusunternehmen auf städtischen Flächen ab dem 1. Januar 2027 zu untersagen. Der Antrag sieht vor, dass städtische Flächen nur noch für solche Zirkusse zur Verfügung stehen, die keine Wildtiere wie Elefanten, Großkatzen, Bären oder Affen halten. Bereits bestehende Verträge sollen davon unberührt bleiben.
Gesellschaftlicher Wandel erfordert klare Positionierung Der Antrag reagiert auf den wachsenden gesellschaftlichen Konsens, dass Wildtiere nicht für Unterhaltungszwecke gehalten werden sollten. Tierschutzorganisationen fordern bereits seit Jahren ein bundesweites Verbot – viele Kommunen haben bereits ähnliche Beschlüsse gefasst. „Viele andere Städte haben sich bereits zum Tierschutz bekannt.“ erklärt Lisa Kreitmeier. „Wir wollen ein klares Zeichen gegen Tierquälerei setzen und gleichzeitig innovative, tierfreie Zirkuskonzepte fördern, die auf Akrobatik, Artistik und moderne Unterhaltung setzen.“
Der Antrag ist selbstverständlich kein generelles Zirkusverbot. Zirkusse mit domestizierten Tieren wie Pferden oder Hunden sowie komplett tierfreie Zirkusse können weiterhin auf städtischen Flächen gastieren. Die Umsetzung des Verbots ist zum 1. Januar 2027 geplant, um bestehenden Unternehmen eine Übergangsfrist zu ermöglichen.


